1.) Lieber Rhein, vom 18. bis 20. Juli 2025 findet in Köln das Rheinuferfest an der Hohenzollernbrücke statt. Gewiss siehst an deinem Ufer viele Feste. An wie vielen Städten kommst du vorbei?
An meinen Ufern befinden sich 20 Großstädte mit über 100.000 Einwohnern. Wobei Köln nicht nur die größte, sondern natürlich auch die schönste Stadt am Rhein ist …

2.) Auf jeden Fall! Aber wieso liegt Köln nicht an der Aare?
Eigentlich wird ein Fluss bei der Einmündung in einen anderen nach dem wasserreicheren Gewässer benannt. Da die Schweizer Aare beim Zusammenfluss mit dem Rhein 50 Prozent mehr Wasser führt, müsste dieser eigentlich Aare heißen. Aber der Rhein war länger, und so wurde sein Name übernommen.

3.) Welcher Ursprung hat dein Name?
Rhenus war der Name eines keltisch-römischen Flussgottes, der als Personifikation des Rheins galt. Rhenus geht auf das keltische Rênos und dies wiederum auf das indoeuropäische H1reiH- für „rinnen“ oder „fließen“ zurück.

4.) Hast du ein paar Eckdaten für uns?
– Quelle: in 2345 Metern Höhe in den Schweizer Alpen
– Länge: 1233 Kilometer
– Einzugsgebiet: 218.300 qkm
– Mündung: bei Hoek van Holland
– Von der Quelle bis zur Mündung braucht das Wasser mindestens 21 Tage
– Rheinkilometer 0: an der Alten Rheinbrücke Konstanz
– Entlang meines Flusslaufs wurden im 19. Jahrhundert alle zehn Kilometer sog. Myriametersteine gesetzt. 70 Stück davon sind noch erhalten, einer davon in Köln-Weiß.

5.) Wieso darfst du dich Strom nennen?
Dies regelt die DIN-Norm 4049: Ein Strom mündet ins offene Meer, ist mindestens 500 km lang und hat ein Einzugsgebiet von mindestens 100.000 km².

6.) Wie heißen deine Töchter?
In der Wagner-Oper „Das Rheingold“ heißen sie Woglinde, Wellgunde und Flosshilde. Rheintochter hieß aber auch eine zweistufige Flugabwehrrakete, die in Deutschland während des Zweiten Weltkriegs entwickelt wurde, um die Flak zu unterstützen. Die Versuche wurden allerdings eingestellt.

7.) Das im Rhein versenkte Rheingold ist nur eine Legende. Welche Schätze verbirgst du tatsächlich?
Gold! Obwohl das Vorkommen relativ gering ist, hat sich die Goldwäscherei am badischen Oberrhein zum Touristenmagnet entwickelt.
Und: Tief unten im Oberrheingraben befindet sich das vermutlich größte Lithiumvorkommen Europas. Es gibt Pläne, das Element umweltfreundlich zu erschließen.

8.) Apropos Element: Wieso wurde das Element mit der Ordnungszahl 75 nach dir benannt?
Weil Dr. Ida Tacke, die das Element 1925 gemeinsam mit zwei weiteren Forschern entdeckte, aus dem Rheinland kam (aus Lackhausen bei Wesel), nannte man es Rhenium!

9.) Was war ein Rheinfuß?
Ein im Mittelalter weit verbreitetes Längenmaß: knapp 31,4 cm.

10.) Was ist das Rheinische Seidenhemdchen?
Eine Birnensorte! Auch die Rheinbirne wurde nach mir benannt sowie die Apfelsorten Rheinischer Bohnapfel, Rheinischer Winterrambur und Rheingold.

11.) Und am Schluss: Wieso ist der Rhein in den Rhein gefallen?
Der Rhein war eine Dampflokomotive, die 1852 in den Rhein fiel. Sie wurde in Karlsruhe gebaut und sollte per Schiff nach Köln-Deutz gebracht werden. Bei Germersheim fuhr das Schiff gegen einen Damm und die Lokomotive ging über Bord. Spätere Bergungsversuche blieben erfolgslos; heute ist der Rhein nicht mehr auffindbar.

Vielen Dank, lieber Rhein!

Quellen: bodendenkmalpflege.lvr.de, planet-wissen.de, plattformj.ch, wikipedia.de

Brunhilde Kiegel
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