1.) Liebe Tulpen, warum ist in diesem Jahr am 15. Februar Tulpensonntag?
In Anlehnung an den Rosenmontag werden regional auch die anderen Karnevalstage nach Blumen benannt: Nelkensamstag, Veilchendienstag und eben Tulpensonntag.

2.) Wie lautet euer lateinischer Name und woher stammt ihr?
Wir sind die Tulipa und gehören zur Familie der Liliengewächse (Liliaceae). Unsere Geschichte lässt sich bis ins 9. Jahrhundert zurückverfolgen: Wir kamen aus Zentralasien über den Orient und die Türkei nach Holland.

3.) Wie groß ist eure Vielfalt?
Es gibt 150 natürliche Tulpenarten und darüber hinaus rund 4200 aus Züchtungen entstandene Tulpensorten. Seit 1917 werden die Sorten in 15 große Kategorien unterteilt, basierend auf Merkmalen wie Blütenblattanzahl, Blütezeit, Form und Genetik.

4.) Kann man euch essen?
Alles an uns ist giftig, denn wir enthalten den Stoff Tulipanin, der Erbrechen und Durchfall auslöst. Nur wenige Sorten von uns haben essbare Blütenblätter, die sich als Garnitur für Salate, Desserts und Cocktails eignen.

5.) Gibt es euch in allen Farben?
Wir sind in vielen Farben erhältlich, von Schneeweiß bis hin zu einem extrem dunklen, fast schwarz wirkenden Violett – nur nicht in Blau. Trotz aller Bemühungen der Züchter sind „blaue“ Tulpen meist eher violett bzw. lila.

6.) Wo kann man euch in der Umgebung von Köln bewundern?
Die größte Tulpenschau NRWs mit über 200.000 Pflanzen gibt es ab April auf dem Krewelshof in Mechernich-Obergartzem. Große Tulpenfelder findet man u. a. auch auf dem Gut Clarenhof in Frechen, in Hürth-Stotzheim und in Grevenbroich.

7.) Wie wurden die Niederlande zum Tulpenland?
Im 16. Jahrhundert brachte der Diplomat Ogier Ghislain de Busbecq die ersten Tulpen aus Konstantinopel nach Europa, genauer ins niederländische Leiden. Heute gibt es auf dem Keukenhof in Lisse die größte Tulpenschau der Welt: 3,5 Millionen Tulpen in über 800 verschiedenen Sorten! Und als weltgrößter Exporteur versenden die Niederlande jährlich 2,5 Milliarden Tulpenzwiebeln in alle Welt.

8.) Was war die Tulpenmanie?
Tulpen waren zu Beginn des 17. Jahrhunderts in den Niederlanden sehr begehrt, die Tulpenzwiebeln extrem teuer. Sie waren wertvoller als Gold – bevor die Spekulationsblase im Februar 1637 zusammenbrach. Auf dem satirischen Gemälde „Allegorie der Tulipomanie“ von Jan Brueghel d. J. handeln Affen eifrig mit Tulpen und ihren Zwiebeln.

9.) Heute haben die Niederlande auch die Tulpe als Nationalblume.
Ja, ebenso wie die Türkei, Kirgistan und Ungarn. Die rote Tulpe ist zudem offizielles Symbol des Welt-Parkinson-Tages am 11. April.

10.) Und sie ist das Logo einer weltberühmten Kölner Firma.
Ja, die Parfüm-Fabrik Johann Maria Farina gegenüber dem Jülichs-Platz führt seit 1924 das rote Tulpenlogo als Symbol für die Originalität und Qualität der Marke Farina.

11.) Und zum Schluss: Was habt ihr mit dem Namen „Lale“ zu tun?
Lale ist das türkische Wort für Tulpe. Doch der oben erwähnte Diplomat de Busbecq hielt den türkischen Ausdruck für Turban (tülbent), an dem gerne solche Blumen befestigt wurden, für den Namen der Pflanze und nannte sie Tulipa. Ohne diese Verwechslung hießen wir heute vielleicht wirklich „Lale“!

Vielen Dank, liebe Tulpen!

Bild: von Couleur/Pixabay
Quellen: alys.nl, appleyardflowers.com, innpuls.de, de.jardineriaon.com, kiepenkerl.de, krewelshof.de, mdr.de, shop.plantura.garden, thanksgivingpoint.org, wikipedia.de

 

Brunhilde Kiegel