Das erste Buch in diesem neuen Jahr ist schon zu einem Lieblingsbuch geworden:
Der Autor, Redakteur der Wochenzeitung „Die Zeit“, schreibt über seine Urgroßmutter, von der er nur wenige Habseligkeiten kennt: ein paar Fotos, Postkarten, ein Kaffeeservice und ein Verlobungsring. Trotzdem versucht er, sich ein Bild von der Frau zu machen, die zu ihrer Zeit – Ende des 19. Jahrhunderts – ein ungewöhnliches Leben führte.
Im sauerländischen Cobbenrode arbeitet sie als Lehrerin und muss sich mit Vorurteilen und den Bedingungen der Zeit in einer kargen Landschaft anpassen. Allerdings entspricht Anpassung so gar nicht ihrer Mentalität und ihrem Selbstbewusstsein. Den Schwierigkeiten, die sich daraus ergeben, geht sie nicht aus dem Weg – und so erleben wir in dieser „gedachten“ Biografie ein ungewöhnliches Frauenleben auf dem Land.
Erstaunlich ist die gewählte Form des Autors: er legt keine romanhafte Lebensbeschreibung vor, sondern man weiß immer, dass es sich nur um eine Möglichkeit handelt. Diese wird unterstützt durch die eingestreuten Ereignisse der Zeit (Politik / Wetter / andere Zeitphänomene).
„Die Mischung aus Mitgefühl und „analytischer Schärfe“, Rekonstruktion und Fiktion und dazu Sussebachs Vermögen, Zeitgeschichte anschaulich einzubinden, lassen eine unbedingte Leseempfehlung aussprechen“ (aus einer Rezension der „Frankfurter Rundschau“).
Das Buch ist außerordentlich gut lesbar! (Zwar nur als Hardcover erhältlich, aber jeder Euro lohnt sich)
C.H. Beck Verlag 2025, ISBN: 978-3-406-83626-8, Preis: 23 €
In der Stadtbibliothek vorhanden
- Buchempfehlung von Elisabeth Sternberg: Henning Sussebach, Anna oder: was von einem Leben bleibt - 17. Januar 2026
- Buchempfehlung von Elisabeth Sternberg: Axel Hacke, Im Bann des Eichelhechts - 20. Dezember 2025
- Korrektur Grips-Tipp Nr. 53 - 13. Dezember 2025
