Festkarte zum Jubiläum 1910 (Repro: J. Brokmeier)

1860 wurde das Infanterie-Regiment Nr. 65 gegründet und war in der Mülheimer Kaserne stationiert. Im Kampf gegen Österreich wurde die Einheit bei der Schlacht bei Königgrätz eingesetzt. Im Krieg 1870/71 kam auch dieses Regiment in Frankreich zum Einsatz.

Der Bau der Kasernenstadt ab 1906 in der Mülheimer Heide an der Boltensternstraße brachte dem Regiment einen neuen Standort. Die Anlage im nördlichen Teil bestand aus sechs Mannschaftsgebäuden, in denen jeweils 2 Kompanien untergebracht waren. Außerdem lagen drei Wirtschaftsgebäude, ein Stabsgebäude, vier Familienhäuser und ein Kammergebäude um den großen Exerzierplatz.

Kasernenbau für die englischen Besatzungssoldaten 1919-1926 (Repro: J. Brokmeier)

Das Jahr 1910 war für das Regiment sehr anstrengend. Es musste am 2.7. das Jubiläum zum 50jährigen Bestehen gefeiert werden. Im gleichen Jahr begann dann auch der Umzug von Mülheim, der im Jahr 1912 mit der 12. Kompanie abgeschlossen werden konnte. 1918, nach dem Ende des Krieges, zogen die englischen Soldaten in diesen Kasernenteil ein.

Nach dem Abzug der englischen Besatzung 1926 wurden die Gebäude des ehemaligen Inf. Reg. Nr. 65 ab 1927 zum „Wohnstift“ der Riehler Heimstätten mit ca. 500 Wohnungen für 700 alte Menschen, die sich aber noch selbst versorgen konnten, umgebaut.

Wohnstifthäuser der Riehler Heimstätten um 1927 (Repro: J. Brokmeier)

Diese vier Mannschaftsgebäude, die man hier sieht, und ein Wirtschaftsgebäude bestehen heute noch.