Am 6.11.1937 wurde der evangelische Pfarrer in Riehl, Hans Encke (1896 – 1976), wegen seiner aktiven Mitgliedschaft in der Bekennenden Kirche verhaftet.

„Die Bekennende Kirche war eine Oppositionsbewegung evangelischer Christen gegen Versuche einer Gleichschaltung von Lehre und Organisation der Deutschen Evangelischen Kirche mit dem Nationalsozialismus“ (Wikipedia). Wer war Pfarrer Hans Encke?

1896 wurde er als Sohn des späteren Gartenbaudirektors in Köln, Fritz Encke, in Potsdam geboren. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Soldat in Russland, wo er verwundet wurde und ein Bein verlor. Er studierte Theologie und wurde 1923 ordiniert. Am 11.10.1925 wurde er Pfarrer in der Kreuzkapelle in Riehl.

Portrait Pfarrer Encke, Ausschnitt

Portrait Pfarrer Encke

In der großen Wirtschaftskrise Ende der 20er Jahre leistete er tatkräftige wirtschaftliche Hilfe für die in Not geratenen Gemeindemitglieder. Im zweiten Weltkrieg war er Vertrauensmann für die Juden, die evangelisch getauft waren und trat mutig für diese Verfolgten ein und versuchte, Trost zu spenden.

Nach dem Krieg war Pfarrer Encke Mitbegründer der CDU in Köln und widmete sich dem Wiederaufbau.

1946 wurde er Superintendent für den Kirchenkreis Köln. Sein Wahlspruch lautete:

„Wer nie die Not des anderen sieht und nie erschüttert war vom Jammern des anderen, dem fehlt jede Voraussetzung zum Seelsorger.“

Der Bau der Stephanuskirche in der Brehmstraße fiel in seine Amtszeit. Am 12.1.1966 wurde Pfarrer Encke 70 Jahre alt und ging in den wohlverdienten Ruhestand, nachdem er 40 Jahre lang die Riehler Gemeinde betreut hatte.

(Alle Fotos: Sammlung J. Brokmeier)